Rügen Info's

Ostseebad Binz

Geschichtliches von Rügen


Die ältesten Funde der menschlichen Besiedlung stammen aus der Altsteinzeit (9.Jt. v.u.Z.) und sind nur Einzelstücke (zwei steinerne Stichel und zwei angeschnittene Ren-Geweihstangen im Garzer Moor). Seit dieser Zeit lässt sich auf Rügen eine Siedlungskontinuität nachweisen, die bis in die heutige Zeit reicht.

Die Funde der mittleren Steinzeit beschränken sich allerdings auf aus Horn geschnitzte Harpunen, die sich im Moor bei Venz und in der Nähe von Bergen fanden und auf einige wenige Feuersteingeräte. Das Bild hinsichtlich der Funddichte ändert sich jedoch zur Wende von der Mittleren zur Jüngeren Steinzeit (Beginn ca. 3000 v.u.Z.) Zigtausende von gefundenen Steingeräten lassen auf eine dichte Besiedlung schließen.

Die Insel Rügen bot als Siedlungsgebiet beste Voraussetzungen. Hier fand man vor allem den Rohstoff, der sich zur Herstellung aller benötigten Arbeitsgeräte bestens eignete: den Feuerstein (Feuersteinfelder sind bis heute vorhanden). Er deckte nicht nur den eigenen Bedarf, sondern wurde - wahrscheinlich als Tauschobjekt- nicht nur in der näheren festländischen Umgebung, sondern auch in entfernteren südlichen Gegenden gefunden (bis nach Mitteleuropa nachweislich).

In dieser Zeit entwickelte sich auch die Töpferei weiter. Man findet schon in der mittleren Steinzeit einfache Tontöpfe, in der jüngeren Steinzeit hingegen weisen diese Funde sogar eine reichhaltige Verzierung auf.

Aus der jüngeren Steinzeit stammt auch das sogenannte "Herzogsgrab" im Mönchguter Forst. Wir finden hier Bestattungsreste von ca. 40 Menschen, als Beigaben Feuersteingeräte und Tontöpfe. Viele der steinzeitlichen Grabstätten sind allerdings in den letzten Jahrhunderten durch Straßen- und Häuserbau zerstört worden. 1829 sind auf Rügen noch 232 steinzeitliche Gräber vermerkt, 100 Jahre später sind es nur noch 37.

Bronzezeitliche Funde (1700 v.u.Z.) lassen sich auf Rügen in nicht allzu großer Zahl nachweisen, da dieser Rohstoff umgeschmolzen werden konnte und auch im Boden nicht wie z.B. ein Steinbeil erhalten blieb. Ebenso verhält es sich mit den Funden der Eisenzeit (Beginn 500 v.u.Z.), das Eisen wurde ebenso umgeschmolzen und bleibt auch im Erdboden in den seltensten Fällen erhalten. Das Eisen brauchte aber im Gegensatz zur Bronze nicht mehr importiert zu werden, es stand als Raseneisenstein an Ort und Stelle zur Verfügung.

Die sogenannte römische Kaiserzeit (0-375u.Z.) und die Völkerwanderungszeit leiten über in die wohl interessanteste Vorgeschichtsepoche Rügens: die Slawenzeit. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte man die Jahrhunderte davor nur anhand von Bodenfunden klassifizieren, ab jetzt aber stellen Urkunden und Chroniken wertvolle und aussagefähige Quellen dar.

Die RANEN (Rügenslawen) bildeten einen eigenen Volksstamm (Beginn ca.6.Jh.), die als äußerst streitbar bekannt waren (so ist z.B. bekannt, dass die Festung Lilleborg auf Bornholm im 9.Jh. von den Rüganern zerstört wurde) Bis heute können wir als Relikte dieser Zeit die mächtigen Burgwälle von Arkona, Bergen oder Garz bewundern. Die Burgen dienten den Slawen als Verwaltungszentren und als Markt- und Tempelplätze.

Der Seehafen Ralswiek bezeugt den Ranen eine rege Handelstätigkeit bis in die arabischen Gebiete (Fund von arabischen Münzen in Ralswiek, datiert auf diese Zeit). In Ralswiek wurden bei Erdarbeiten in den 60er Jahren drei slawische Boote entdeckt, die aber wieder zugeschüttet wurden, da zur damaligen Zeit das Geld und die Technik fehlten, um sie angemessen zu konservieren. Anfang der 90er Jahre hat man angefangen, sie wieder auszugraben und zu restaurieren, ein Nachbau steht im Unterwasser-archäologischen Museum in Sassnitz.

Der Hauptgott Swantevit stand als hölzerne Statue im Tempel der Burg Arkona. Mit seinen vier Köpfen- in jede Himmelsrichtung einen- kontrollierte er sein Inselland. Neben Swantevit gab es aber auch noch eine Reihe anderer Götter, wie z. B. Rugevit, Borevit und Borenut, die aus der Überlieferung mehr im Tempel in Garz zu Hause waren. Auf der ganzen Insel Rügen haben sich aus jener Zeit eine Menge an Flurnamen erhalten, so sind z. B. Alle Ortsnamen , die auf –ow oder –vitz enden, slawischen Ursprungs.

Die Slawenzeit auf Rügen endet 1168, als dänische Truppen die Tempelburg Arkona eroberten und den Gott Swantevit (als hölzerne Statue) zerstörten. Danach wurden die Einwohner Rügens christianisiert, was allerdings sehr lange dauerte, da laut Überlieferung die slawische Bevölkerung Rügens sehr verstockt war und sich nicht so schnell von dem "besseren" christlichen Glauben überzeugen ließ. Teilweise wurden noch über Jahrhunderte heidnische Bräuche gepflegt, die sich nicht so schnell ausmerzen ließen ( Im 16.Jh. starb die letzte "wendisch" sprechende Frau, so lange hat sich die Sprache noch gehalten). Als Zeichen des guten Willens zur Christianisierung übereigneten die Nachfahren von Fürst Jaromar 1252 die Halbinsel Mönchgut dem Greifswalder Zisterzienserkloster Eldena, die dort bis zur Reformation 1535 wirkten.

In den darauf folgenden Jahrhunderten erkannten alle Ostseestaaten und deren Machthaber die wichtige strategische Bedeutung der Insel Rügen. Wenn man Eigentümer der Insel war, hatte man einen strategischen Brückenkopf für den gesamten Ostseeraum, deshalb wurde Rügen immer wieder durch wechselnde Kämpfe um das Eigentum in Mitleidenschaft gezogen. Der 30-jährige Krieg hatte verheerende Folgen für ganz Rügen, denn es musste als Quartier- und Verpflegungsstelle für die Belagerungstruppen herhalten, oft wurden ganze Ortschaften geschliffen und völlig niedergewirtschaftet.

Nach 1648 wurde Rügen schwedisch. 1656 landeten die Dänen auf der Insel und verwüsteten sie teilweise total, 1677/78 verbündeten sich der Brandenburgische Kurfürst und die Dänen gegen die Schweden, um in den Besitz Vorpommerns  zu gelangen (Landung des Kurfürsten bei Neukamp). 1806 beabsichtigte der Schwedenkönig Gustav IV., den Zickerschen See zu einem Hafen auszubauen und eine Stadt zu gründen mit Namen "Gustavia" , die Unterlagen zum Stadtbau lagern noch heute im schwedischen Archiv. Dies wurde jedoch vereitelt durch die Franzosen, die Mönchgut so dicht wie keinen anderen Teil von Rügen besetzten.

1815 wurde Rügen preußisch, die Leibeigenschaft lockerte sich und wurde ganz aufgehoben. Ab 1820 entwickelte sich in Putbus der Fremdenverkehr, der um 1850 um Saßnitz schon konzentriert war. Großen Einfluss auf die Kulturgeschichte Rügens nahm der Fürst Malte zu Putbus. 1836 erbaute er das Jagdschloss in der Granitz , um 1870 den Rugard-Turm als Gedenkstätte für Ernst Moritz Arndt, außerdem hat die Stadt Putbus ihr heutiges Aussehen ebenfalls nur ihm zu verdanken. Ab 1880 entwickelte sich der östliche Teil von Rügen zunehmend für den Fremdenverkehr, die Orte wurden Ostseebäder, Seebrücken wurden gebaut, um die Gäste per Schiff heranzubringen, Investoren ließen sich nieder und bauten die Orte mit Villen im italienischen Stil um, so dass von den ursprünglichen Fischer- und Bauernhäusern in den Ostseebädern wenig übrig blieb. Diese Entwicklung hält bis zum heutigen Tage an.

Rügen von A bis Z: Breege, Juliusruh, Seebad

Breege (ca. 790 Ew.) ist ein altes Fischerdorf und liegt an der Nordspitze des Breeger Boddens. Die Kapitänshäuser (18. u. 19. Jh.) erinnern noch an die Blütezeit der Segel-Schifffahrt. Bauart und Größe waren ungewöhnlich für ein Fischerdorf. Im Jahre 1887 kamen die ersten Sommergäste nach Breege. Der Hafen ist neben Wiek einer der Haupthäfen am Großen Jasmunder Bodden. Von Breege fahren Ausflugsschiffe zur Insel Hiddensee nach Vitte. Sport- und Fischerboote prägen ebenfalls das Hafenbild. Julius Christoph von der Lancken ließ im Jahre 1795 unmittelbar hinter der Düne ein Sommerhaus und eine ca. 10 Hektar große Parkanlage im französischen und englischen Stil errichten und nannte diesen Landsitz Juliusruh. Von der Lancken mußte schon bald seinen Landsitz verkaufen, der bald verfiel und verwilderte. 1895 erbaute der Berliner Unternehmer Karl Heckert das erste Hotel in den Dünen, das spätere Kurhaus. Im selben Jahr wird die Kurvereinigung gegründet. Der Park wurde wieder hergestellt und erweitert, der Baumbestand hatte sich prächtig entwickelt. 1928 werden Breege und Juliusruh zu einer Gemeinde vereinigt. Seit 1996 trägt Breege den Titel "Seebad". Der Park ist erneut hergerichtet, ein Gedenkstein erinnert an den Erbauer Julius von der Lancken. Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen sowie Gaststätten sind ausreichend vorhanden. Eine der beliebtesten Gaststätten in Breege ist das "Windland" -sehr gute Küche, freundliche Bedienung und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Ein schöner feinsandiger Strand, die "Schaabe", erstreckt sich von Glowe bis nach Breege/Juliusruh.