Rügen Info's

Herrenhaeuser

Herren- und Gutshäuser


Editorial

Die Insel Rügen ist durch ihre kilometerlangen weißen Strände und die reizvolle Küstenlandschaft weithin bekannt. Herausragend sind hier die Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund sowie das Kap Arkona am nördlichsten Zipfel von Rügen.
Weniger bekannt, jedoch genauso sehenswert sind Zeugen der Inselgeschichte, die Schlösser sowie Guts- und Herrenhäuser der Insel. Bei einem Abstecher ins Inselinnere, z.B. nach West-Rügen, sollte man sich Zeit nehmen für die Suche nach der Vergangenheit. Teilweise in ruinösem, in Sanierung befindlichem, aber auch komplett wieder hergerichtetem Zustand versetzen sie den Interessierten in Begeisterung.

Nachfolgend eine kleine Auswahl von Guts- und Herrenhäusern auf West-Rügen mit stichwortartigen Beschreibungen sowie Fotos:

Herrenhaus Pansevitz

Entstehungszeit um 1600, erbaut durch die Familie Krassow
Nach Aussterben dieser Familie 1931 befand es sich bis zur Enteignung 1945 im Besitz des Grafen zu Knyphausen.  Ursprünglich eine Renaissanceanlage, wurde das Schloss um 1860 im Stil der Neo-Renaissance saniert. 1963 wurde es fast völlig abgerissen. Dieses einst prachtvolle Herrenhaus ist leider nur noch als Ruine erhalten. Trotzdem ist noch die U-Form der Anlage sowie einzelne Bauteile und der gepflasterte Hof erkennbar. Graf und Gräfin Knyphausen kauften das Ruinengelände 1990 und sicherten in den folgenden Jahren die Ruine.
Das östlich der Hofanlage Ende des 18. Jh. gebaute eingeschossige Kavalierhaus wurde nach dem Jahr 2000 im Zuge der Parksanierung instand gesetzt.

Gutspark Pansevitz

Im 16. Jh. entstand ein weiträumiger Park mit zwei großen Lindenalleen,
zu Beginn des 19. Jh. wurde er umgestaltet, dabei wurde der frühbarocke Teil westlich des Herrenhauses beseitigt, trotz Wildwuchs" ist er in seiner Gesamtanlage noch gut zu erkennen, dendrologisch wertvoller Landschaftspark und noch heute eine der bedeutendsten Schlossparkanlagen Vorpommerns. Hier wachsen z. B. Platanen, Abies, Kaukasische Flügelnuß, Kornelkirsche, Schneebeere, Pimpernuß, Hartriegel und Blasenspiere. Ein wichtiges Element ist der Wundersee mit Liebesinsel. Heute ist der Gutspark restauriert und auch als Friedwald ausgewiesen.

Herrenhaus Boldevitz

Entstehungszeit 1. Hälfte 17. Jahrhundert
1762 kaufte es der Stralsunder Regierungsrat Olthoff. Das Haus wurde ausgebaut und der Park mit dem Schwanenteich angelegt. Der Maler Phillipp Hackert schuf in dieser Zeit 6 großformatige Landschaftstapeten auf Leinwand, die den Saal zierten. 1780 gelangte Boldevitz in den Besitz der Familie von der Lancken. Über dem hofseitigen Mittelportal befindet sich eine Sandsteintafel mit dem Allianzwappen und die Jahreszahl 1784. Nach dem 2. Weltkrieg diente das Haus Flüchtlingen als Unterkunft, später beherbergte es einen Kindergarten und Wohnungen.
1993 kaufte Familie von Wersebe das Gutsensemble und den Wirtschaftshof und baute Boldevitz wieder auf. Heute steht es seinen Gästen mit komfortabel eingerichteten Ferienwohnungen zur Verfügung.

Schlosskapelle Boldevitz

Klassizistische Kapelle im Gutspark, errichtet 1839 an der Stelle eines vorherigen Gebäudes,
die Rundbogenfenster und das hervorstehende Westportal mit dem Dreikantfronton sind charakteristisch für die Bauweise dieser Zeit. Heute werden hier auch Trauungen abgehalten.

Herrenhaus Streu

Entstehungszeit 18. Jahrhundert
Ende des 17. Jahrhunderts gehörte das Gut Streu einem Mitglied der Familie von Platen, Mitte des 18. Jahrhunderts dann der Familie von Lotzow, später der Familie von Bohlen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts war Johannes Volkmann der Besitzer, er wurde aber 1945 enteignet. Das Herrenhaus diente in der Folgezeit mehreren Familien als Wohnsitz, stand aber danach lange bis Ende der 1990er Jahre leer.
Ab 2001 wurde das Herrenhaus von den neuen Besitzern aufwändig restauriert. Über dem hofseitigen Haupteingang ist eine Terrakottaplatte mit reliefartiger Jagdszene zu sehen, über dem vorderseitigen Eingang  eine Terrakottaplatte mit einer Baudevise, die während des Umbaus 1871 durch die Familie von Bohlen entstand. An dem kleinen Verwalterhaus ist über dem Eingang ebenfalls eine Bauinschrift zu finden.

Herrenhaus Venz

Entstehungszeit Ende 16. Jahrhundert
1563 erwarb Jürgen von Platen von den Vorbesitzern, der Familie von Raleke das Gut Venz und blieb bis 1924 in dessen Besitz. Danach kaufte es Eduard Berger, der aber 1945 enteignet wurde. Im Anschluss diente es mehreren Familien als Wohnsitz und zeitweilig waren auch der Rat der Gemeinde und Kulturräume im Haus. Seit den 1970er Jahren stand es viele Jahre leer, bis es 1996 von Nachkommen des letzten Eigentümers gekauft und denkmalgerecht instand gesetzt wurde.
Reste einer das Haus schützende Graben-Wall-Anlage sind aus der Bauzeit des Herrenhauses erhalten. Eine Umbauphase des Herrenhauses wird um 1650 angenommen, eine weitere nach 1788 ist belegt.

Herrenhaus Zubzow

Entstehungszeit  1871
Im 15. Jahrhundert gehörte Zubzow und das Herrenhaus der Familie von Platen. 1871 wurde als Ersatz anstelle des alten schlichten eingeschossigen Herrenhauses im Stil der Neo-Renaissance das neue Herrenhaus gebaut. Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte es dem Stralsunder Otto Erhardt und später dessen Sohn. 1945 fand die Enteignung statt und mehrere Wohnungen wurden dann darin genutzt. 2002 wurde das Haus verkauft und die Sanierung 2004 abgeschlossen.
Mit Turm und Erker bildet das Herrenhaus eine besondere Form. Bis heute erhalten ist die lindenbestandene Zufahrtsallee und der süd-östlich angrenzende Park mit altem Baumbestand.

Herrenhaus Libnitz

Entstehungszeit um 1912 als neues Herrenhaus
noch viele erhaltene Originalteile wie das Treppenhaus mit bemalter Balkendecke, Buntglasfenster und Leuchter, im angrenzenden Park steht das neoklassizistisches Mausoleum der Familie Meyer-Sarnow, der letzten Besitzer des Schlosses bis zum Ende des 2. Weltkrieges, im Jahre 2000 wurde es an die Familie Klöckner verkauft, Sanierung erfolgte von 2001-2003, es beherbergt heute neben 9 Dauerwohnungen auch 4 exklusive Feriensuiten.

Schloss Kartzitz

Entstehungszeit zw. 1760 und 1780 mit Haupthaus und 2 Kavaliershäusern
Das Gut Kartzitz ist die einzige auf der Insel Rügen noch erhaltene Barockanlage. Sie wurde von ihrem damaligen Besitzer Ernst Joachim Moritz von Usedom errichtet. Nachweislich befand es sich bis ca. 1900 in Besitz der Familie von Usedom. Der Ort Kartzitz wechselte seitdem mehrmals den Besitzer und gehörte 1945 Ernst von Schinckel. Dessen Sohn erwarb die Gutsanlage und den Park nach der Wiedervereinigung und verkaufte sie 1993 an Graf und Gräfin Knyphausen. Beides wurde durch die neuen Besitzer in den Folgejahren von Grund auf restauriert.  Das Herrenhaus beherbergt heute neben der Gutsverwaltung auch Ferienwohnungen und -zimmer.
Ein Teil des Parkes geht auf die Barockzeit zurück. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde ein anderer Teil im Stil eines englischen Landschaftsgartens umgestaltet.

Gutshaus Krimvitz

Entstehungszeit ca. 1880
Etwas versteckt, in der Nähe der deutschen Alleenstraße zwischen Garz und Putbus, liegt das Gutshaus Krimvitz. Über viele Jahre wurde hier Landwirtschaft betrieben. 1999 wurde es restauriert und neu saniert und dient seitdem als Pension mit gemütlichen Zimmern und Ferienwohnungen im Landhausstil. Ihre lieben Hunde sind herzlich willkommen.
Für kleine Tagungen stellt Ihnen das Team vom Gutshaus einen Seminarraum zur Verfügung. 
Seit 2010 ist das Gutshaus Außenstelle des Standesamtes Putbus. Für eine romantische Hochzeit stehen Ihnen alle Türen offen.

Tipp: Hochzeit auf Rügen im historischen Gutshaus Krimvitz.

Gutshaus Venz
Gutshaus Venz
Herrenhaus Pansevitz
Herrenhaus Pansevitz
Herrenhaus Pansevitz Zeichnung
Herrenhaus Pansevitz Zeichnung
Schloss Kartzitz
Schloss Kartzitz

Rügen von A bis Z: Hiddensee, Insel, Seebad

Die rund 18 km² große und knapp 17 km lange Ostseeinsel hat etwa 1.100 Einwohner und ist Rügen westlich vorgelagert. Privater Autoverkehr ist hier grundsätzlich nicht gestattet, es gibt wenige Ausnahmen für den gewerblichen Verkehr. Auf Hiddensee geht man zu Fuß, fährt mit dem Rad oder mit der Kutsche. Die Insel hat eine unverwechselbare vielfältige Landschaft: breite Sandstrände und schroffe Steilufer säumen die Außenküste, weite Wiesenflächen und verschilfte Ufer, die Bodden- und eine Heidelandschaft, die besonders zur Blütezeit einmalig schön ist. Die höchste Erhebung ist der Bakenberg (72 m ü. NN). Der Aussichtspunkt "Inselblick" macht seinem Namen alle Ehre. Auf dem "Schlukswiek"(ca. 70 m ü. NN) befindet sich das "Leuchtfeuer Dornbusch" als Wahrzeichen von Hiddensee und seit 1888 in Betrieb. Fahrgastschiffe und Wassertaxis verkehren zwischen Stralsund, Schaprode, Breege und den Häfen Neuendorf, Vitte und Kloster auf Hiddensee. Die Gemeinde Hiddensee ist ein staatlich anerkanntes Seebad und erhebt eine Kurabgabe sowohl für die Urlauber als auch für die Tagesgäste.